An den Plätzen der Unbekannten… (PGW)

Es gibt viele Menschen auf der Welt, die von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Meist beachten wir sie nicht, ekeln uns und einige beschimpfen sie. Sie kämpfen sich durch kalte, einsame Nächte und durch das triste Leben.

Im Rahmen eines Schulausfluges, unternahmen wir einen Rundgang durch Hamburg mit einem ehemaligen Obdachlosen, der durch Hinz&Kunzt Fuß fassen konnte. Chris, unser Tourleiter, zeigte uns in zwei faszinierenden Stunden mehrere Orte, an denen Obdachlose Unterstützung erhalten und einige Sammelpunkte, wo sie gemeinsam essen und soziale Kontakte knüpfen können. Unsere Tour startete in der Nähe vom Hamburger Hauptbahnhof, bei Hinz&Kunzt. Hinz&Kunzt ist eine Zeitung, die monatlich erscheint und von Obdachlosen verkauft werden kann, um wenigstens ein geringes Einkommen zu erhalten. Bevor wir uns von Hinz&Kunzt auf den Weg machten, erzählte uns Chris, einige grundlegende Sachen über die Obdachlosigkeit und über seine Vergangenheit. Viele landen wegen privaten Schicksalsschlägen auf der Straße, schämen sich und fallen oft erst dann in eine Sucht. Welche, ist hier ganz irrelevant. Diese ist meist begleitet mit starken depressiven Phasen.

Wichtig zu wissen ist: Kaum einer ist freiwillig auf der Straß! Statistisch gesehen sind 2 von 100 Obdachlosen EVENTUELL freiwillig auf der Straße. Oftmals schämen sich die Menschen, sich rechtzeitig Hilfe zu holen, was sich dringend ändern muss.

Dafür hat uns Chris an verschiedene Orte geführt, wo ihnen Hilfe geboten wird. Unter anderem waren wir bei ‚Herz As‘ in der Norderstraße. Hier bekommen Obdachlose für 50 Cent ein vollwertiges Essen und können nebenbei ihre Bekanntschaften pflegen. Ebenso gibt es ein paar Straßen weiter die Organisation ‚Caritas Hamburg‘. Dort haben Obdachlose die Möglichkeit, Katzenwäsche zu betreiben, auf Toilette zu gehen, Schließfächer zu benutzen und sich ärztlich versorgen zu lassen. Wobei wir von Chris erfahren haben, dass die meisten erst zum Arzt gehen, wenn es zu spät ist. In der Nähe vom Hauptbahnhof gibt es das ‚Drob Inn‘, wo sich Drogenabhängige beraten lassen und unter Aufsicht, mit sterilen Werkzeugen ihre Drogen verabreichen können. Natürlich kann man hier keine erwerben!

Es war ein sehr schöner, aber auch erschreckender Ausflug. Ich war nicht die einzige, die an einigen Stellen schlucken musste. Das Schicksal mancher Menschen, was direkt neben uns zuschlagen kann, ist unberechenbar und grausam. Der Tag hat mir klar gemacht, dass wir alle unsere Augen für neue Blickwinkel, so auch Menschen öffnen müssen. Ich werde definitiv mit Menschen anders umgehen und schätzen was ich habe, aber mich auch in sozialen und ehrenamtlichen Tätigkeiten mehr beteiligen. Einige müssen den Weg voraus gehen, damit andere nachkommen. Damit ein großes Dankeschön an Chris, der uns diese Welt genauer gezeigt hat! DANKE

Von Michelle Bittner, 12b

P.S Bei Interesse könnt ihr die Tour hier buchen: 
Stadtrundgang